Erich Adler

Name:

Erich Adler

Alternative Namen:

-

Geburtsdatum / -ort:

08.04.1923
in Obernkirchen

Wohnort:

Obernkirchen

Beruf

-

Verwandschaftsverhältnisse:

Sohn von Paul und Gerdrud Adler

Emigration am / nach:

12.05.1940
Reading, USA

Deportation am / nach:

12.11.1938, Buchenwald
- /

-

Anderes Schicksal:

-

Todesdatum: / Todesort:

-

Anmerkung:

Am 16.6.1933 in Obernkirchen gemeldet. Lichtbild (1939) in Akte Dep. 29 Nr. 993. Das Emigrationsdatum könnte auch 12.3.1940 sein.

Quellennachweis:

StABü Dep. 29 Nr. 993 u. 995

Erich Adler, geb. 1923 in Obernkirchen, war der Sohn des Ehepaares Paul und Gertrud Adler (geb. Philippsohn).
Nach der Regierungsübernahme durch die Nationalsozialisten im Deutschen Reich dauerte es nicht lange, bis er als Kind den sich auch in der Obernkirchener Bevölkerung ausbreitenden Hass gegen Juden zu spüren bekam. In einem Interview, das während Erich Adlers Besuch in Obernkirchen im Jahr 1989 gemacht wurde, erinnerte er sich daran, dass ihm einige Klassenkameraden nach Schulschluss auflauerten, um ihn anzupöbeln und zu verprügeln; dass es aber auch Mitschüler gab – zum Beispiel Rolf Wilkening – die zu ihm hielten. Sehr positiv erwähnte Erich in dem Interview darüber hinaus den Schneidermeister Karl Heckermann, bei dem er nach der Schulentlassung 1936/1937 das Schneiderhandwerk erlernte und der ihm immer geholfen habe.

In schlimmer Erinnerung blieb dem damals 15-Jährigen die Pogromnacht vom 9. auf den 10. 11. 1938 und die Verhaftungsaktion am folgenden Morgen, bei der Erich zusammen mit seinem Vater und 8 oder 9 weiteren  jüdischen Männern  aus Obernkirchen verhaftet und am folgenden Tag ins KZ Buchenwald verbracht wurden. Dort, so berichtete Erich in dem o. g. Interview, hätten die Häftlinge stundenlang bei Wind und Wetter sowie oftmals bitterer Kälte auf dem Appellplatz ausharren müssen. Bei Frost hätten die Aufseher sie z. T. mit einem Wasserschlauch abgespritzt, so dass die Kleidung am Körper gefror.
Erich und sein Vater wurden Mitte Januar 1939 gemeinsam aus dem KZ entlassen.

(Einzelheiten zu seiner Flucht und zu seinem Leben in den USA bis 1949 s. Biografie Paul und Gertrud Adler.)

1949 heiratete Erich Adler in New York Amely Zippert, die aus Stuttgart stammte. Aus dieser Ehe gingen der Sohn Mark und die Tochter Vian hervor, die aus Anlass der Stolpersteinverlegung für ihre Großeltern und ihren Vater am 01. 07. 2015 aus den USA nach Obernkirchen kamen.

Erich Adler und seine Frau Amely gehörten zu der 7-köpfigen Gruppe ehemaliger Obernkirchner Juden, die mit ihren Ehegatten auf Einladung der Stadt im Oktober 1989 Obernkirchen besuchte. Diese Begegnung wurde von einem tragischen Ereignis im Oktober 1989 erschattet, denn Erich Adler erlitt während der Rückkehr in die USA bei einem Zwischenstopp in London einen Herzschlag.

(Nach einem Text von Wilfried Bartels zur Stolpersteinverlegung in Obernkirchen. Ausführliche Informationen siehe: www.stolpersteinverlegung-obernkirchen.de)
Quelle: "Jüdisches Leben in der Provinz" von Rolf-Bernd de Groot